Energie und Klima

gruene-sn_plakate-ltw2014_ideen_8bd26520e1Klimaschutz beginnt in Sachsen

Das Klima verändert sich rasant und wir Menschen tragen daran überwiegend Anteil. Wir haben diesen Planeten von unseren Kindern nur geborgt. Wir dürfen ihn nur so nutzen, dass wir ihn in gutem Zustand weitergeben können. Deswegen wollen wir das Schattendasein der Klimapolitik im Freistaat beenden und Klimaschutz in den Mittelpunkt politischen Handelns rücken.

Wir sehen Klimaschutz nicht als Belastung, sondern als unumgängliche, aber chancenreiche Herausforderung. Klimaschutz ist eine Aufgabe, die Innovationen antreibt, weltweite Marktchancen für unsere Wirtschaft eröffnet und zukunftssichere Ausbildungs- und Arbeitsplätze schafft.

Sachsens Energiewende: 100 Prozent erneuerbar, gerecht und sicher

Einer der entscheidenden Bausteine für einen effektiven Klimaschutz ist die vollständige Umstellung unserer Energieversorgung von fossilen auf rneuerbare Energien. Derzeit dreht sich die öffentliche Diskussion hauptsächlich um den Strombereich. Um unsere Klimaziele zu erreichen, müssen wir in den kommenden Jahren aber auch die Bereiche Verkehr und Wärme in den Fokus unserer Anstrengungen nehmen.

Trotz aller Beteuerungen der Staatsregierung bildet die Verstromung der einheimischen Braunkohle langfristig keine Brücke für die erneuerbaren Energien. Mit einer Kraftwerksprozesseffizienz von ca. 43% hat Sachsen zwar moderne Kohlekraftwerke, trotzdem gehen immer noch über 50% der Energie ohne sinnvolle Nutzung verloren. Gleichzeitig ist die Braunkohleverstromung die klimaschädlichste Form Energie zu gewinnen.

Deshalb wollen wir die Laufzeiten der vorhandenen Kohlekraftwerke bis spätestens 2030 begrenzen und alle direkten und indirekten Subventionen für die Braunkohleindustrie schnellstmöglich abschaffen. Das gilt auch für ihre bestehenden Privilegien im Emissionshandel, bei der Erhebung von Feldes- und Förderabgaben und bei der Bevorzugung bei den Wasserentnahmeentgelten.

Bis zur völligen Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energien sollten daher, flexible, hocheffiziente und dezentrale Gaskraftwerke, wann immer möglich mit Kraft-Wärme-Kopplung als Brückentechnologie zum Einsatz kommen.

Einen festen Platz in der sächsischen Energiewende nimmt dabei die Windenergie ein. Sie ist die derzeit effizienteste Technologie umerneuerbare Energie zu erzeugen. Um den notwendigen Ausbau möglichst landschafts- und naturverträglich zu gestalten, setzen wir uns für zuverlässige Rahmenbedingungen ein. Zukünftig sollen neue Anlagen vermehrt unter Beteiligung der regionalen Bevölkerung realisiert werden. Bürgerbeteiligung schafft Akzeptanz und Wertschöpfung vor Ort und wird bereits seit Jahren in anderen Bundesländern erfolgreich praktiziert.

Die Energiewende schafft Unabhängigkeit: Privathaushalte, Kommunen und regionale Stadtwerke werden wieder selbst zu Energieproduzenten und dadurch unabhängiger von Konzernen und Preisturbulenzen der Rohstoffbörsen. Über 50% aller erneuerbarer Energieanlagen befinden sich deutschlandweit bereits im Besitz von Bürgern. Um diesen Weg weiterzugehen, wollen wir zukünftig vorrangig den Bau dezentraler Anlagen für den regionalen Bedarf oder den Eigenbedarf fördern.

Die billigste und umweltfreundlichste Energie ist die, die nicht verbraucht wird. Hier liegen im Freistaat Sachsen noch gewaltige Reserven, die es zukünftig zu heben gilt, um die eigenen Klimaschutzziele zu erreichen. Deshalb müssen Energieeffizienz und Energiesparen endlich Schwerpunkte der sächsischen Energiepolitik werden.

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