Sachsens Braunkohlekraftwerke sind Quecksilber-Schleudern – 813 Kilogramm werden pro Jahr in die Luft ausgestoßen – Verdreifachung innerhalb der letzten 10 Jahre

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Sachsens Braunkohlekraftwerke sind Quecksilber-Schleudern - 813 Kilogramm werden pro Jahr in die Luft ausgestoßen - Verdreifachung innerhalb der letzten 10 Jahre
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Zschocke: Jedes Gramm freigesetztes Quecksilber ist ein Gramm zu viel - Bildaktion gegen Braunkohle mit Simone Peter am 26.08., 13:30 Uhr, in Leipzig
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Dresden. Die Braunkohlekraftwerke in Sachsen haben im Jahr 2013 813 Kilogramm Quecksilber ausgestoßen. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der GRÜNEN im Sächsischen Landtag hervor. Das Kraftwerk Lippendorf stieß 410 Kilogramm Quecksilber aus, das Kraftwerk Boxberg 370 Kilogramm und das Heizkraftwerk Chemnitz 51 Kilogramm.

“Quecksilber ist ein gefährliches Gift,” so Volkmar Zschocke, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen. “Allein das Kraftwerk Boxberg emittiert damit Jahr für Jahr so viel Quecksilber wie 300 Millionen zerbrochene Energiesparlampen. Diese große Gefahr gehört endlich auf die politische Tagesordnung gehört. Der hochtoxische Stoff belastet unsere Gesundheit, denn am Ende landet das Quecksilber immer in unserer Umwelt.”

Der Ausstoß von Quecksilber hat sich in den vergangenen 10 Jahren in Sachsen fast verdreifacht. Zschocke fordert strengere Grenzwerte:

“In anderen Ländern sind die Quecksilber-Grenzwerte viel strenger, weil die Gefährlichkeit erkannt und die notwendigen Maßnahmen konsequent ergriffen wurden. So ist der Grenzwert für Quecksilber in Kohlekraftwerksabgasen in den USA zwanzigfach schärfer als in Deutschland. Durch Nachrüstung mit chemischen Reinigungstechnologien könnte dies auch in Deutschland erreicht werden, wenn der Schutz vor Gefahren wichtiger wäre als der Schutz von Kohlestromproduzenten vor Nachrüstungskosten. Auch darum ist Kohlestrom hierzulande so billig.”

Zschocke verweist darauf, dass in anderen Zusammenhängen deutlich stärker auf die Gefahren von Quecksilber hingewiesen wird, als es bei der Verbrennung von Braunkohle der Fall ist:

“Gegen Energiesparlampen wird immer wieder wegen ihres Quecksilbergehaltes ein Feldzug geführt. Eine Energiesparlampe kann beim Zerbrechen etwa 1 -1,5 Milligramm Quecksilber in die Luft freisetzen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, nach Zerbrechen einer solchen Lampe 20 Minuten den Raum zu verlassen und gut zu lüften. Schwangere und Kleinkinder sollen mit den Resten der Lampe gar nicht in Kontakt kommen. Sie muss als Sondermüll entsorgt werden. Jedes Gramm freigesetztes Quecksilber ist ein Gramm zu viel – bei Lampen und bei Kohlekraftwerken erst recht.”

Erst am Samstag hatten 7.500 Menschen in der Lausitz mit einer Menschenkette gegen Braunkohletagebau und -verstromung demonstriert. Volkmar Zschocke hatte sich an der Menschenkette beteiligt. Am Dienstag, dem 26.08., mahnen die GRÜNEN gemeinsam mit der Bundesvorsitzenden Simone Peter die Folgen der Braunkohleverstromung an. In einer Aktion auf dem Leipziger Augustusplatz werden symbolisch sächsische Dörfer in einem Kohleofen verbrannt.


Kleine Anfrage ‘Quecksilberemissionen aus Braunkohle in Sachsen’ Antje Hermenau, GRÜNE (Drs 5/14430)

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